Geht Führung auch anders?

Teil 1

In dieser 4-teiligen Blog Serie geben wir Impulse, wie Führung anders gestaltet werden kann und warum es für alle Beteiligten von großem Vorteil wäre.

Das unten abgebildete Wolfsrudel zeigt beeindruckend wie Führung sein kann.

Die Gruppe marschiert in der folgenden Formation:

Ganz vorne sind 3 schwache Tiere, die das Tempo vorgeben, gefolgt von 5 starken Tieren, die die Vorhut bilden, der Hauptteil des Packs ist in der Mitte und 5 weitere starke Tiere bilden die Nachhut.

Das Alpha Tier – der Leader – läuft ganz am Schluss, hat somit Überblick über die gesamte Gruppe und kann sie von hinten steuern.

In der bei uns sehr häufig vorkommenden Unternehmensstruktur des Familien geführten Hotelbetriebes, ist die gängigste Art der Führung „Mir nach ich kenne den Weg“ also genau anders herum.

Diese Art zu führen ist außerordentlich limitierend und kann für Mitarbeiter oft frustrierend und demotivierend sein. Der Chef gibt vor was, wie, wann und wo gemacht wird. Mitarbeiter werden in der Regel nicht in den Entscheidungsprozess mit einbezogen und nur vor vollendete Tatsachen gestellt.

Diese Art der Führung ist sehr Energie intensiv für den Unternehmer, da die Ganze Last der tausenden täglichen Entscheidungen auf seinen Schultern liegt, und andererseits entmündigt es die sorgfältig ausgesuchten und teuer bezahlten Mitarbeiter. Durch diese Management Methode werden die Mitarbeiter oft zu zaghaften und entscheidungs- unfähigen Verhaltensmustern geführt, die nach sich ziehen, dass dem Unternehmer noch mehr Fragen und Entscheidungen auferlegt werden da die Mitarbeiter sich bei jeder Entscheidung an den Chef wenden „müssen“.

Somit verliert das Team an Schwung und Motivation und der Chef hat das Gefühl, dass seine Mitarbeiter nichts können, weil sie ihn wegen jeder Kleinigkeit „belästigen“.

Der Unternehmer ist somit gezwungen immer mehr operativ tätig zu sein und ist über kurz oder lang nicht mehr in der Lage, sein Unternehmen strategisch weitsichtig zu führen. Hier stellt sich natürlich die Frage:

Warum haben Sie sich eigentlich qualifizierte Mitarbeiter gesucht, wenn Sie sie nicht ihr Arbeit machen lassen?

Als Beispiel: der Kapitän eines Schiffes wird sich nicht in den Maschinenraum begeben, um die Kolben zu schmieren. Es mag ja sein, dass ihm diese Arbeit gefällt, aber er muss das Schiff auf dem richtigen Kurs halten und sicherstellen, dass es nicht auf Grund läuft. Für die Arbeiten im Maschinenraum, Kombüse und Deck hat er Menschen – Spezialisten – die diese Aufgaben für ihn erledigen.

Genauso verhält es auch in einem Hotelbetrieb. Wenn der Hotelier Betten bezieht, wird er wenig Zeit haben, um sich der Strategischen Ausrichtung für die nächsten Jahre zu widmen.

Training, Richtlinien und Vermittlung von Vertrauen an den Mitarbeiter, sowie eine solide Unternehmensphilosophie sind maßgeblich für den Erfolg des Einzelnen und in Folge des Unternehmens ausschlaggebend.

Wer es schafft, seine Mitarbeiter so abzuholen, dass sie sich wie Miteigentümer des Betriebes fühlen und entsprechend verhalten, wird feststellen, dass sich ein großer Teil der bisher aufgetretenen Probleme auflösen und das eine Veränderung, von einer von „ich“ denken geprägten Zusammenarbeit zu einem „wir“ denkenden echten Team stattfindet.

Diese Veränderung ist messbar in Gäste-Zufriedenheit, Verkaufszahlen und Mitarbeiter Leistung und, wird bereits von vielen großen Unternehmen wie BMW, Google, Apple u.v.m. schon seit Jahren vorgelebt.

Ausgerechnet in der Gastronomie, in der der persönliche Kontakt und Einsatz, der dort beschäftigten Menschen so maßgeblich den Unternehmenserfolg beeinflussen kann, wird leider noch mit Management Methoden aus dem letzten Jahrhundert gearbeitet und wohin uns das brachte, ist in der gegenwärtigen Mitarbeiter Situation der heimischen Ferienhotellerie deutlich abzulesen…

Lesen Sie weiter in Teil 2