Definition Duden: durch ruhiges, beherrschtes, nachsichtiges Ertragen oder Abwarten von etwas gekennzeichnete Verhaltensweise, große Geduld

Wie geht es weiter? Wann geht es weiter? Das wissen wir nicht!
Das es weitergeht ist aus heutiger Sicht jedoch unbestritten. Wie es weitergeht haben wir jetzt alle in der Hand.

Underpaid Overtourism oder sinnreich gestaltete Potentialentfaltung?

Das Image unserer Branche wird und wurde immer wieder schlechtgeredet. Teilweise zurecht, oft unverdient. Schwarze Schafe gibt es überall. Eine Entwicklung ist jedoch Fakt: Es wollen immer weniger Einheimische im Tourismus arbeiten.

Die Diskussion darum ist mindestens so lange wie der Bart der Lösungsbemühungen, weitergekommen ist man bis heute jedoch nicht. Das Thema will nicht in Schwung kommen, es fehlt das gewisse Etwas. Da dieses Etwas nicht aus einem Wunderrezept besteht, sondern aus vielen kleinen Einzellösungen und langer, intensiver Arbeit, ist es auch kaum greifbar.

Es hat nur wenig mit Effizienzsteigerung zu tun, sondern viel mehr mit persönlicher Arbeit mit den Menschen, Mitarbeitern, Kollegen und Gästen. Es hat was zu tun mit dem Vermitteln von Sinn und Werten, mit dem Erkennen und Anerkennen der Menschen in den Unternehmen und deren Bedürfnissen und Motivationen.
Es hat zu tun mit dem Wecken der intrinsischen Motivation der Mitarbeiter, mit dem Zulassen von individuellen Wünschen und Meinungen, mit dem Erkennen des Wertes von jedem einzelnen Mitarbeiter in den Unternehmen.

Ich lehne mich jetzt aus dem Fenster und behaupte, das Fehlen dieser aufgezählten, kaum greifbaren und im Tagesgeschäft kaum beachteten Punkte, ist einer der Hauptauslöser des allgemeinen Mitarbeiter- und Fachkräftemangels. Dies gilt für Saisoniers und noch viel stärker für die Einheimischen Fachkräfte, welche sich die letzten Jahre und Jahrzehnte schleichend aus dem Tourismus verabschiedet haben.

Sie mögen jetzt denken: „Was soll dieser elitäre Quatsch? Wir haben gerade viel dringendere wirtschaftliche Probleme als uns um eine vermeintliche Wohlfühlkultur zu kümmern.“ Das ist natürlich richtig, trotzdem ist gerade jetzt, in der Zeit der verordneten Tatenlosigkeit, die Gelegenheit sich über unser zukünftiges Zusammenspiel in der Branche Gedanken zu machen und im Interesse aller am Tourismus beteiligten Menschen zukunftsfähige Lösungen zu erarbeiten. Dies erfordert viel Geduld, eben Langmut.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Als Denkanstoß und Inspiration empfehle ich den nachstehenden Vortrag von Professor Günter Funke. Lassen Sie sich vom Thema Schule nicht verwirren und ersetzen Sie diesen Begriff einfach durch Tourismus.

Lassen Sie sich auf die Kernaussagen ein!